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Das aktuelle Heft

Titelthema
Zierschildkröten
Haltung
Strahlenschildkröte
Titelthema
Pflege und Vermehrung
Titelthema
Zeirschildkröten

von Günter Kalter

Vor einigen Jahren erhielt ich ein Männchen der Mittelländischen Zierschildkröte (Chrysemys picta marginata). Von Anfang an faszinierte mich dieser geschickte Schwimmer durch sein  farbenprächtiges Aussehen und sein lebhaftes Verhalten. Nach intensiver Suche konnte ich weitere adulte Exemplare sowie Jungtiere zum Aufbau einer Zuchtgruppe erwerben. Das war nicht immer leicht, da in Menschenobhut auch Unterartbastarde gehalten werden, die nicht auf Anhieb als solche zu erkennen sind. Zwar gibt es in der Natur an den gemeinsamen Verbreitungsgrenzen der Unterarten großfl ächige Intergradationszonen (Populationen mit Unterartenmischlingen), doch sollte in der Terraristik zwingend auf eine Vermischung verzichtet werden. Mit EU-Importen
ist nicht mehr zu rechnen, und der vorhandene Tierbestand sollte klug gemanagt werden, damit wir uns auch in vielen Jahren noch an unterartreinen Tieren erfreuen können.

von Andreas S. Hennig

Sie waren der Anfang – mein Anfang: Zwei kleine Südliche Zierschildkröten begründeten vor fast drei Jahrzehnten meinen Schildkrötenbestand. Zuvor hatte ich mich jahrelang in Theorie gebadet und Reptilienliteratur gewälzt, doch nun waren die beiden Chrysemys picta im Babyformat mein Start in die praktische Terraristik. In der Tat suchte ich mir damals eine Schildkrötenart aus, die wegen ihrer Attraktivität auch heute noch für nicht wenige Naturfreunde der Auslöser für die ernsthafte Tierhaltung ist. Wer sich für sie entschieden hat, wird seine Wahl nicht bereuen. Es handelt sich um einen recht klein bleibenden Sonnenanbeter, dessen Ansprüche an Licht und Temperatur dank moderner und mittlerweile leicht im Handel zu bekommender Technik gut erfüllt werden können. Sowohl Zubehörindustrie als auch unsere heimische Natur bieten vielfältige Einrichtungsgegenstände für das artgerechte Aquaterrarium.


Beschreibung
Chelodina mccordi ist eine mittelgroße Schlangenhalsschildkröte (bis 22 cm Rückenpanzerlänge, im Mittel 14–19 cm). Der Carapax ist graubraun gefärbt, das cremeweiße Plastron weist an den Schildnähten dunkle Markierungen auf. Die Oberseiten von Kopf, Hals und Extremitäten sind grau, deren Unterseiten weißlich gefärbt. Ähnlichkeiten bestehen mit den nahe verwandten
Chelodina pritchardi und Ch. noveaguineae, doch besitzt Ch. mccordi neben weiteren Unterscheidungsmerkmalen einen schmaleren ersten Marginalschild als die beiden anderen Arten. Schlüpfl inge zeigen auf dem Plastron ein unregelmäßiges schwarz-gelbes Muster, das mit zunehmendem Alter verblasst. Die Männchen besitzen einen etwas längeren und dickeren Schwanz. Weibchen werden offensichtlich größer als die männlichen Exemplare.

von Fabian Schmidt & Andreas S. Hennig

Nicht nur Privathalter, sondern auch zoologische Gärten widmen sich der erfolgreichen Haltung und Nachzucht bedrohter Schildkrötenarten. So stellen jüngste Nachzuchtergebnisse in den Schildkrötenhaltungen deutscher, österreichischer und Schweizer Zoos einen großartigen Ausschnitt ihrer gesamten tiergärtnerischen Leistung dar. Seien es die Papua-Weichschildkröten (Carettochelys insculpta), die 2017 im Zoo Frankfurt/Main schlüpften, der über Jahre hinweg regelmäßig zu verzeichnende Schlupf bei McCords Schlangenhalsschildkröten (Chelodina mccordi) im Bergzoo Halle (Saale), der bereits vierte Nachzuchterfolg bei den Strahlenschildkröten (Astrochelys radiata) im REPTILIUM Landau oder der 2017 bestätigte Zuchterfolg aus dem Vorjahr bei den Strahlen-Dreikielschildkröten (Geoclemys hamiltonii) im Zoo Leipzig: Tiergärten leisten vorbildliche Bildungs-, Tier- und Naturschutzarbeit